Künstler und Kreatiefs

Februar 9, 2010

Meine Schwester ist dabei, für meinen Hauptchar und ihrem Mann ein Bild zu zeichnen. Habe ich schon erwähnt, dass die “Kleine” wahnsinnig talentiert ist? Eigentlich sollte dieses Bild ein Weihnachtsgeschenk sein.

Sie hat sich gestern dafür entschuldigt, dass es so lange dauert, dass sie im Augenblick ziemlich unkreativ ist, und das Bild – vor allem die Zeichnung von Falonar, die sie bisher noch nicht angefertigt hat – eine echte Herausforderung für sie sind. Wer wäre ich, ihr deswegen böse zu sein, wo ich das mit den Kreatiefs doch so gut kenne? Schließlich ist es bisher immer noch beim Guten Willen zum Weiterschreiben geblieben. Ich sollte mir wirklich mal ein wenig mehr in den Allerwertesten treten.

Faulheit kann eine echte Plage sein.

back to the roots

Februar 7, 2010

Ich war gestern in Capelle. Das ist ein Vorort von Nordkirchen und liegt hinter Bork, meiner alten Heimat.

Dort wohnt inzwischen meine beste Freundin aus Kindergarten- und Grundschultagen. Sie hat ein nettes Haus, Mann, Kind und Hund. Irgendwie, wenn ich mich so umsehe, haben die meisten aus alten Tagen inzwischen geheiratet und ein bis drei Kinder. Manchmal sitze ich dann da und denke: Boah, bist du alt. Und dann denke ich: Hast du irgendwas verkehrt gemacht, oder wieso bist du immer noch Solo und arbeitest in einem Call Center?

Andererseits … eigentlich gehts mir ja gut. Also will ich mich nicht beklagen. Aber wenn ich daran denke, dass in zwei Jahren das Zwanzigjährige ist, seit ich aus der Grundschule fort bin, bekomme ich doch ein bisschen Torschlusspanik. Keine Sorge, das vergeht rasch wieder.

Wie sagte sie so schön: Das kann sich ja von einem Moment auf den nächsten ändern.

Es war sehr nett. Wir haben uns über alte Zeiten unterhalten, und die Leute von damals. Und dann ging es immer: Kennst du denundden? – Ja, klar, das war voll der Idiot. – Ich war mit dem zwei Monate zusammen.  – Ups.

Und ich habe festgestellt, dass ich verdammt oft verschossen war. Aber vermutlich ist das so, wenn man jung ist und leicht ins Schwärmen geraten kann. Irgendwie wünsche ich mir manchmal diese Zeit zurück. Ich würde mich auch gerne mal wieder richtig verschießen.

Ich könnte jetzt natürlich sagen: Das bin ich gerade. Was sogar stimmen würde. Aber eigentlich bringt es mir nur Herzschmerz. Es wäre für beide Seiten einfacher, wenn ich einfach damit aufhören würde. Nur kann ich es leider nicht abstellen.

Naja, Schwamm drüber. Die Dinge sind, wie sie sind. Dafür habe ich meine alte Grundschullehrerin angerufen, als ich wieder zu Hause war. Wir hatten die fixe Idee, ein Ehemaligentreffen zu veranstalten. Unsere Lehrerin war von dem Gedanken angetan, und hat sich gefreut, dass ich mich gemeldet habe. Sie konnte sich zu meinem Erstaunen sogar an mich erinnern, obschon sie einschränkte, dass sie von mir noch immer das Bild vor Augen hätte, wie ich als Viertklässlerin aussah. Ich hab mich mit den Jahren dann doch ein wenig verändert.

Das lustige war, wir haben ein Abschiedsbuch bekommen. Dazu hat jeder aus unserer Klasse einen kleinen Artikel über sich selbst geschrieben. Bei mir stand mit neun Jahren schon drin, dass ich alles, was mit Arbeit zu tun hat oder wo ich arbeiten muss nicht mag. Ironischerweise hat sich das bis heute nicht geändert. Als meinen größten Wunsch hatte ich, einmal ins Disneyland nach Paris zu fliegen. Ich bin zwar nicht geflogen, war aber in einer Busreise da. Manchmal erfüllen sich Kinderwünsche eben doch.

Danke Mama. Ich hab dich lieb.

…silence…

Februar 4, 2010

Vermutlich ist es ungerecht, aber irgendwie ist diese Woche verhext. Ich fühle mich von Blondi versetzt. Vielleicht bin ich auch einfach nur verwöhnt, weil wir in den letzten Wochen beinahe jeden Abend gespielt haben, und jetzt der kalte Entzug kommt. Lass es drei Stunden gewesen sein, höchstens. Und jetzt ist sie übers Wochenende weg, im Ski-Urlaub mit ihren Arbeitskolleginnen.

Es ist nicht so, als würde ich ihr ihren Urlaub nicht gönnen. Oder dass sie sich mit ihrem perfect Gentleman trifft. Oder mit ihren Mädels. Es ist auch nicht so, als hätte ich mich nicht anderweitig beschäftigt, beschäftigen können, was auch immer. Ich fühle mich trotzdem versetzt. Und das schmerzt ziemlich.

Vielleicht macht sie das ja auch absichtlich, so als abgewöhn-Therapie. Ich bin im Augenblick schon froh, wenn ich sie abends für ein Stündchen habe. Und dann könnt ich mich selbst wieder ohrfeigen dafür, dass ich mich so von ihr abhängig mache. Gefühle gehören verboten. Das Leben wäre um einiges einfacher.

Da ist es doch glatt ziemlich genau ein Jahr her, seit meinem letzten Blog-Eintrag. Miss C. ist Schuld, dass ich mich überhaupt daran erinnert habe, dieses Ding zu besitzen.

Falls du das liest: Ja, du bis schuld. ;-) Schäm dich. Ebenso gebe ich in diesem Zusammenhang jedwede Verantwortung für den Inhalt des heutigen Posts ab. *hust*

Tja. Was soll ich sagen? Mein Bangen um den Job war überflüssig, und ich habe jetzt seit fast nem Jahr eine Festanstellung. Die Arbeit ist nicht unbedingt leichter geworden, aber auch nicht schwerer. Noch nicht einmal irgendwie anders.

Was meine kreative Periode angeht… naja, ich hab vor ein paar Monaten mal wieder eine neue Szene geschrieben. Aber dann glaubte mein Rechner, mir einen Gefallen zu tun, indem er sich einen Tag Urlaub nahm und ich die komplette Festplatte formatieren durfte.

Merke: Schreibst du eine neue Szene, speichere sie sofort und zieh sie dir auf nen Stick. Das erspart dir ne Menge Ärger.

Ich hab mir sogar vor einer Weile die Zeit genommen, ein wenig Hintergrundinfos über den Handlungsort zusammen zu tragen, die Götterwelt auzuarbeiten, die Priesterschaft, das Fürstentum, eventuell angrenzende Länder. Und ich Heldin hab den Zettel irgendwo in meinem Chaos verlegt. Vermutlich sollte ich mal meine Rollenspielunterlagen durchschauen. Ich würde fast wetten, dass ich ihn irgendwo dort hin geworfen habe.

Im übrigen wurde Miss I. und mir heute nachgesagt, wir seien albern. Albern? Wir? Nie! – Naja. Fast nie. Außer, wenn wir zusammen sind. Obwohl im Nachgang die Theorie entstanden ist, dass es eine chemische Reaktion aus ihr, mir und ihrem Auto sein muss, die diesen Zustand hervor ruft. Und wir sind uns fast sicher, dass das die Erklärung ist, und wir demzufolge eigentlich unschuldig sind.

Unser Trainer hat uns ans Herz gelegt, wir sollten Fahrrad fahren. Ich HASSE Radfahren. “Das Herz ist der wichtigste Muskel” war seine lakonische Antwort darauf. Und selbst Miss I. fing dann an zu erzählen, wir sollten wenigstens einmal pro Woche auf den Stepper gehen, weil ihr Schwimmen auch mit beruhigender Regelmässigkeit ins Wasser .. äääh .. ausfällt. Eigentlich habe ich keine so wirkliche Lust darauf. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich mich auf Dauer davor drücken kann. Fürchterlich, wie sich ein Mensch so schnell zum Gesundheitsfanatiker entwickeln kann, sprach der Couchpotato.

Zudem habe ich eine, nein zwei neue Leidenschaften entdeckt. Supernatural (ich bin inzwischen bei Folge 13 der dritten Staffel) und Steampunk. Ein frisch gebackener Char hat dafür herhalten müssen, und durch einen sehr seltsamen Zufall hat es sich ergeben, dass A. mit von der Partie ist. Wir können uns erstaunlicherweise sogar ziemlich gut unterhalten, was mich selbst überrascht hat. Vor allem nach den neuerlichen Monaten der Funkstille. Man wird sehen, was das gibt. Oder ob es früher oder später wieder in die Hose geht.

Ich finde, das reicht für einen ersten Tag. Und Miss C., vielleicht ist deine Stimme ja tatsächlich sexy, wenn du heiser bist. ;-)

Es gibt Tage, da möchte ich irgendjemanden verprügeln. Also, naja, nicht irgendjemanden. Genau genommen bestimmte Personen. Bei denen es immer wieder auffällt.

Ja, ich habe heute Fallbearbeitung gemacht. Ja, es war ein Fehler. Nein, ich bin NICHT zu perfektionistisch, ich lege nur wert darauf, das, was ich mache, gut zu tun. Gerade auf der Arbeit.

Aber es gibt immer wieder so ein paar Spezialisten, die ..denken einfach nicht. Ich mein, ist schon klar. Der Kopf ist ja auch nur da, damit es nicht in den Hals regnet. Wozu auch sonst? Wie, du meinst, zum Denken? Na, dann komm mal zu uns, und du wirst eines besseren belehrt.

Ich habe heute gefühlt neunhunderttausenddreihundertachtundziebzig Fälle gehabt, bei denen irgendwer Mist gebaut hat. Sei es, durch nicht-lesen des Kundenanliegens, oder absichtlichen Missverstehens. Mein letzter Fall hat mir meinen Feierabend um eine halbe Stunde verschoben. Ich hasse es, wenn sowas passiert, aber ich wollte es wenigstens noch fertig machen. Wir haben allein ne halbe Stunde gebraucht, um überhaupt durchzuschauen, was da passiert ist. Andere Leute machen sich solche Mühe gar nicht. Die schicken zwei mal ne Standardantwort hin, beide Male mit dem gleichen Fehler – es heißt ja auch in Neudeutsch “…dass Sie zeichnungsberechtigt ist.” – und denken nicht für fünf Cent. Dass der Kunde nach der fünften E-Mail, ohne dass man ihm auch nur im Ansatz weiterhelfen konnte, oder auf seine Mails eingegangen ist, langsam etwas sauer wird, ist ja nicht weiter verwunderlich.

Dass andere Leute scheiße bauen beim Einpflegen der Vertragsdaten – Datenpflege sieht gewiss anders aus – ist auch nichts neues. Und dass wieder andere Leute die Worte des Kunden schlichtweg ignorieren und nur Schlüsselreize rauslesen und sich denken: Ach, das wird schon richtig sein, ist die dritte Sache.

Kann es wirklich so schwer sein, sich mal ein BISSCHEN Mühe zu geben? Sich ein bisschen vor Augen führen, dass wir dazu da sind, dem Kunden zu helfen, nicht, ihm unnötig die Zeit zu stehlen? Offenbar ist die Antwort ein klares: Ja!!!!!!! (mit fünf Millionen Ausrufezeichen).

wenn sonst nichts bleibt

Januar 12, 2009

so ist es zumindest die Erkältung. Ach was, Erkältung war gestern, HEUTE nehmen wir es nur mit der Gruppe .. Verzeihung, Grippe auf.  Tückisch ist dieses Mistding, das man sich unweigerlich und unausweichlich einfängt, wenn man zehn Stunden neben jemanden gequetscht sitzt,  der die Bazillen fleissig im drei Minuten Takt vor sich hin schleudert.

Weniger lustig wird es dann, wenn man dafür nicht krank werden will, wegen verdammter Quoten, auf die so sehr geachtet wird, und verdammter Vertragsverlängerungen, die anstehen, und keine zwei Monate mehr auf sich warten lassen. Es ist zum würgen.

Zumindest habe ich kein Fieber mehr, auch wenn ich mich teilweise immer noch schwach fühle. Die Gliederschmerzen und Kopfschmerzen sind auch weg, dafür bringt mein Husten mich zuweilen um. ABER auch dagegen habe ich heute – fleissig wie ich war – etwas getan: Ich war in der Apotheke und habe Hustensaft gekauft. Ganz toll. Das Zeug. Schmeckt fast gar nicht widerlich, habe ich festgestellt, nachdem ich es dann doch endlich geschafft habe, den Kampf gegen die Kindersicherung zu gewinnen.  Ob er wirkt? Wir werden sehen. Im Moment habe ich das Zeug ja erst das erste Mal gesehen. Paracetamol hab ich auch gleich mitgebracht, weil es ja generell nicht schaden kann, sowas im Haus zu haben. Und wo wir schon im Kaufrausch waren, habe ich mir noch ne neue Wolldecke und n neues Headset mitgebracht.

Das Headset zumindest wollte ich schon einweihen, aber die böse Miss J. war damit beschäftigt, Priesterbilder zu suchen. BUnd jetzt.. bin ich müde und will ins Bett.

Ich muss 25 Minusstunden abbauen. Ich weiß gar nicht, wie ich das bis Ende Februar schaffen soll. Zumal ich da noch ne Woche Urlaub habe. Am besten sollte ich wohl ab jetzt jeden Tag ne halbe Stunde Plus machen. Oder nächsten Monat ein oder zwei Samstage kommen. Aber ach, ich hab doch keine Lust. Vor allem im Moment nicht. Schätze, ich werde morgen ein bisschen früher anfangen. Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, als ich jeden Tag ne halbe bis eineinhalb Stunden länger gemacht hab. Nach zwei Wochen bin ich am Stock gegangen. Und da war ich gesund. Ich würds wohl im Moment eher nicht packen.

Wenn ich verlängert werde, ist das alles kein Problem. Dann hab ich auch noch länger als Ende Februar Zeit zum Ausgleichen.  Aber vielleicht könnte ich Samstags ne halbe Schicht machen. Vier Stunden. Oder sechs. Vier Stunden klingt toll. Eine Pause von 15  Minuten dabei, geht schneller rum als man blinzeln kann. Und wenns möglichst spät gelegt wird, ist auch okay. Dann kann ich ausschlafen.

Miss K. hat morgen ihr Assassment Center zum Supervisor. Mister H. auch. Ich gönne es ihnen wirklich, allen beiden, aber mir graut davor, dass beide bestehen und weg sind. Dann müssten Miss Ko. und ich den Laden allein schmeißen. Sie wird es hassen. Sollte Miss K. den Job bekommen, wird Mister H. auf ihren alten Platz kommen, und meinen Posten übernehmen, so wie ich ihren. Wir bräuchten dann nur eine neue Vertretung für ihn. Aber das sehen wir ja dann. Wenn ER hingegen den SV-Posten bekommt, bleibt ja alles beim Alten. Nur, dass ich nen neuen Vertreter brauche.

Ich hab auch überlegt, mich zu bewerben. Und habe mich dagegen entschieden. Das wäre nichts für mich. Ich wäre zu weich und könnte mich nicht durchsetzen. Wahrscheinlich wäre ich wirklich eher zum Fachidioten geeignet, anstatt zu führen und zu leiten. ACD-Coach. Das könnte mir auch noch gefallen. Aber da suchen sie so bald wohl keinen. Pedda macht das sicher noch ne Weile.

Und jetzt bin ich immer noch nicht im Bett. *seufz*

…was ich auch tu, immerzu denke ich immer noch wieder doch nur an dich…

tell myself…

Januar 5, 2009

…that I don’t miss you at all.

Wir waren in Berlin. Es war toll. Wirklich super. Die Weiberrunde war äußerst lustig und macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Es dürfte nur schwierig werden in nächster Zeit – wobei es mir eigentlich gar nicht schnell genug gehen kann. Aber gerade Wärro hat sicherlich keine Lust, hochschwanger durch die Gegend zu gondeln, und schon gar andere Dinge im Kopf, wenn das Würmchen erstmal da ist. Und meine bezaubernde Blondine bekommt in nächster Zeit auch nicht so bald Urlaub, weil sie jemanden anlernen muss. Das arme Ding.

Sicherlich wird sie das irgendwann lesen. Ob ich extra für sie ein paar Blondinenwitze reinsetzen soll?

Hach, Leutchens, schee wars, und jetzt bin ich grad ne halbe Stunde zu Hause, habe eine mörderische zehn-Stunden-Heimfahrt hinter mir, und will doch wieder die Runde beisammen haben.

Schlimm ists mit mir, wie mir auch mehrfach in den wenigen Tagen bestätigt wurde. Jetzt? Vielleicht. *schmunzel*

Und doof ist die Situation in anderer Hinsicht allemal. Ich glaube, das Treffen mit Blondie hat es nicht einfacher gemacht, und es ist fast schon so schlimm, wie sie es selbst prophezeiht hatte. Was sie davon hält? Sie ist ein Hasenfuß und weiß es nicht. Hat sie gesagt. Es sei komisch, hat sie gesagt. Und gefragt, wieso ich kein Mann sein kann. Ich fürchte, in der Hinsicht kann ich leider nicht dienen. Aber ich behalte den Gedanken mit der Viererehe im Hinterkopf. *schmunzel* Blöde Spinnereien.

Und jetzt fang ich doch schon an, munter drauf los zu tippen, wo ich während der Fahrt noch überlegt habe, ob ich es noch ein, zwei Nächte sacken lassen soll, bevor ich im Überschwang der Gefühle hier Dinge herunter rassel, die am Ende peinlich werden können. Aber was solls, shit happens, und es gibt eine Edit-Funktion, falls ich es mir doch noch anders überlegen sollte. Dabei bin ich nicht einmal besoffen.

Und das Schlimmste daran ist, dass es noch schlimmer ist als vorher. Sie hat mich verzaubert, das kann man wohl so sagen. Ein Grund mehr, aus dem die ganze Situation doof und verfahren ist, ganz zu schweigen von der Entfernung und etwaigem Unwillen auf dieser oder jener (oder ihrer) Seite. Vielleicht bilde ich mir den Unwillen auch nur ein, oder sie weiß es nicht besser auszudrücken, oder ich mach mir wieder einmal zu viele Gedanken. Aber wie könnte ich damit aufhören, wo sie mir die ganze Zeit im Kopf herum schwirrt, und ich am Zug eigentlich bleiben wollte, bis sie abgefahren ist, und dann doch eher gegangen bin, damit ich nicht anfange zu flennen wie ein kleines Baby? Ablenkung ist das Zauberwort. Es stellt sich nur eine weitere Frage: Soll ich die Sache nun darauf beruhen lassen? Und wenn ja, könnte ich es überhaupt? (“Jetzt?”) Will ich es überhaupt? Oder soll ich nun erst recht beharrlich, penetrant, schlimm und unmöglich dran bleiben? Nur, was bringts? Was nicht heißen soll, dass ich kategorisch ausschließe, dass es etwas bringen könnte (gut, vielleicht ein bisschen). Aber, ja, was bringt es? And when shall wie meet again? In thunder, lightning or in rain?

Genug davon. Für Nichtwisser ists vermutlich eh schon verwirrend genug, für Mitwisser Striptease genug. Und wer Fragen hat, kann ja einfach mal ganz dumm anfragen. Ich beiße auch nicht, außer auf ausdrücklichen Wunsch ( – ich bin schließlich wohlerzogen, und das auch ohne Kleider aus Drogen).

Habe ich schon erwähnt, dass ich mal wieder schreiben wollte? Hab ich auch erwähnt, dass ich mich nicht aufraffen kann? Und habe ich schon erwähnt, dass ich keine Lust habe, morgen zu arbeiten? Und habe ich ebenfalls schon erwähnt, das mein Tagesrhythmus völlig fürn Arsch ist? Aber das kommt wohl davon, wenn man immer bis in die Puppen wach bleibt, und dann irgendwann um fünfzehn Uhr frühstückt und sich wundert, warum es ne Stunde später schon wieder dunkel ist.

Der Winter ist scheiße. Und Schweinekalt.

I tell myself, that I don’t miss you at all…

can’t stop thinking

November 11, 2008

Nicht, dass ich es getan hätte. Aber ich würde es gern.

Spannung, Spaß und Action. Nur die Schokolade müssen wir selbst mitbringen.
Es gibt – mal wieder, wie nicht anders zu erwarten – einen ganzen Haufen Ungereimtheiten, die wohl nach und nach anfallen. Für mich erschwerend hinzu, dass ich keine Ahnung von dem Thema Kündigung und VVL habe. Ich weiß nicht, in welchen Fällen noch eine VVL durchgeht, wo ich auf Anhieb sehe, welche Laufzeit die Dinger haben – über Umwege, schon. Aber sobald dann irgendwas abweicht und nicht so ist, wie ich es auf den ersten Blick ersehen kann, geht die Recherche los. Es ist nicht so, dass es wirklich schlimm wäre. Es ist nur Zeitraubend. Aber ich habe inzwischen wohl schon ein recht gutes Tempo drauf.
Habe heute unsere gesamten Vorlagen überarbeitet UND zusätzlich 78 Briefe gegengelesen.
Am ersten Tag waren es 66, am Zweiten 98, aber da habe ich ne Stunde länger gemacht.

Was die Action und Spannung angeht, leidiges Thema unklare Prozesse. Da es zwei Unterschiedliche Aussagen darüber gab, welches Datum wir dem Kunden in einer Kündigung bestätigen (die eine Meinung hieß: Enddatum, die andere hieß: Enddatum + 1, weil das das Deaktivierungsdatum ist, damit der Kunde das Enddatum noch bis 24 Uhr nutzen kann). Nach kurzer Diskussion mit mehreren betroffenen Mitarbeitern bin ich zum Trainer, damit ich weiß, was ich nun als Falsch anstreichen soll. Erste Aussage (von gestern Mittag) war: Ist beides richtig.
Gegen 17 Uhr kam dann eine Rundmail: Hallo, habe in der KB (unser Lexikon gegen Kummer – oder FÜR Kummer) folgenden Auszug bekommen. blabla.
Ende vom Lied war: Bestätigt wird dem Kunden Deaktivierungsdatum +1. Sprich: Enddatum +2. Was in meinen Augen keinen Sinn machte, aber gut, es stand da so drin, also wollen wir das mal nicht anzweifeln.
Ich also brav alles entsprechend geändert und bei den Briefen ab heute ebenfalls brav die Fehler angekreidet.
Dann, heute so gegen 17 Uhr kommt der SV zu mir: Ey, Vicky! Wir haben ein Problem!
Ich dachte nur: Ohje, was ist jetzt schon wieder?
Er: Mister M. hat Bullshit erzählt. Wir müssen dem Kunden doch das Enddatum bestätigen. Was du ab jetzt machst, änder schonmal wieder soweit ab, es geht noch ne Mail an die Kollegen raus. Wir überlegen noch, wie wir das o2 erklären.
Yeeehaaaw! (Vor allem das: “Wir überlegen noch, wie wir das o2 erklären” fand ich toll!)
Das heißt im Endeffekt, dass wir heute 90% der Kündigungsbestätigungen falsch rausgejagt haben und die wohl Montag alle brav wieder bei uns auflaufen. Das wird ein Fest. Vor allem, weil unser Trainer schon im Wochenende war, als die Info rum kam. Das wird eine tolle Kinderüberraschung am Montag Morgen. *grins* Der arme Kerl. In seiner Haut möchte ich jetzt nicht stecken.

Außerdem habe ich mal wieder festgestellt, dass drüben echte Korinthenkacker sitzen.
Ich mein, ich kann verstehen, wenn ein Brief als Fehler zurück kommt, wenn die Formulierung unsauber ist. War sie beim ersten Mal auch. Wenn ich dann aber die korrigiert Version rausschicke mit dem Satz: Lieber Kunde, blabla, die von Ihnen angegebene Mobilfunknummer existiert nicht. Bitte prüfen Sie die Angabe und senden Sie uns Ihr Anliegen erneut rein.
Ist das missverständlich? Ist das falsch? – Ich meine nein.
Aber Madame passte das auch nicht, weil es ja angeblich falsch ist. Die Rufnummer existiert ja, nur bei einem anderen Anbieter. (Und jetzt kommts!) Schließlich ertönt da ein Freizeichen, wenn man die Nummer anruft! !!!!einseinself
Es ist NICHT unsere Aufgabe, falsch angegebene Rufnummern anzurufen um zu fragen: Hallo Siehieee. Gehören Sie zufällig zu der Firma soundso?
Offenbar haben sie drüben zu viel Langeweile. Das ist die einzig logische Erklärung. Ich kann es mir wirklich nicht anders erklären. Ich glaube, die Frau hab ich jetzt schon gefressen.

Was mich ein bisschen ärgert, ist die Tatsache, dass ich es durch die Arbeit an den Vorlagen nicht geschafft habe, die letzten 29 Briefe auch noch zu lesen. Bis ich Montag anfange, sinds bestimmt schon wieder an die fünfzig geworden. Damit bin ich dann MINDESTENS bis Mittags beschäftigt. Aber gut, ich hab ja früher. Da kann ich dann ruhigen Gewissens noch ne Stunde dran hängen und meine Minusstunden abbauen.
Dafür kam widerum großes Lob und großer Dank von meinen Kollegen. Sowohl ob der Tatsache, dass sie sofort auf ihre Fehler hingewiesen werden und sich die dann fürs nächste Mal merken können, als auch für die Arbeit an den Vorlagen und dass das so schnell ging.
Andererseits ists nur sinnvoll. Je eindeutiger und einfacher die Vorlagen sind, desto mehr Fehlerquellen kann man ausschließen. Und um daran zu arbeiten, hab ich meinen Job ja bekommen. :)
Hach, ich weiß. Ich habs schon tausendmal erwähnt. Aber es muss nochmal raus: Ich freu mich!

Außerdem! Ich habe es heute endlich geschafft, mir die Glühbirnen zu holen. Nachdem ich einmal erfolglos durch den Laden geirrt bin und schon aufgegeben habe, mit dem festen Gedanken im Hinterkopf, einen bösen Eintrag über den unfähigen Edeka bei mir um die Ecke zu schreiben, habe ich sie auf dem Weg zur Kasse entdeckt. Versteckt, hinter einem Rollständer mit Serviertten – oder was das war.
Ich hätte nur vielleicht daran denken sollen, sie reinzudrehen, als es noch hell genug war, dass ich etwas hätte sehen können. Aber gut, man kann nicht alles haben. *räusper*

Ich stelle gerade fest, dass ich momentan fast nur noch von der Arbeit schreibe. Ich hätte nicht gedacht, dass mir sowas mal passieren kann. Aber ich glaube, so im großen und ganzen gesehen, habe ich es mit meinem Job schon verdammt gut erwischt. Ich hab schon wesentlich schlimmere Arbeit gemacht, von der ich dann allenfalls erzählt habe, um als abschreckendes Beispiel eine Vorlage zu bringen. Oder mich aufzuregen. Hier ist trotz aller Aufregung eine Menge Herzblut hinter.

Und jetzt… werde ich wohl langsam ins Bettchen.
To do für die nächsten Tage: Endlich mal weiterschreiben. Nachdem das mit der Glühbirne auch so toll geklappt hat. *g*

Beim ersten Mal tuts noch weh

September 17, 2008

Ich sehs schon kommen. Die Überstunden lassen nicht lang auf sich warten. Aber das macht nichts. Ich hab eh noch 17 Minusstunden abzubauen.
Es ist erstaunlich, wie viele Kundenschreiben mehr da rausgejagt werden. Hängt vermutlich damit zusammen, dass Kündigungen und Verlängerungen alle schriftlich bestätigt werden, während wir im Business-Team häufig auch dem Kunden telefonisch bescheid geben, dass die Änderung durchgeführt wurde. Oder per E-Mail.

Ich habe heute 66 Briefe gegengelesen und zwei neue Vorlagen erstellt. Außerdem drei Grundsatzdiskussionen geführt, welche Vorgehensweise richtig ist und welche nicht.
Es war also ein sehr aufregender Tag. *grins* Aber ich fands toll.
Und habe durchweg positives Feedback von den Mitarbeitern bekommen. In einem längeren Gespräch heute hat sich nämlich heraus gestellt, das die armen Leutchens immer nur gesagt bekommen haben: Ihr macht zu viele Fehler. Aber niemand hat ihnen gesagt, WAS falsch war.

Miss K. und ich sind rigoros dazu übergegangen, jeden Fehler den wir finden als Screenshot zu dem entsprechenden Mitarbeiter zu schicken. Das fand großen Anklang. Auf meine erste eigene Vorlage bin ich auch recht stolz.

Wir haben außerdem beim Chef beantragt, dass wir mit unserem Team in eine ruhigere Ecke umziehen, weil uns die Telefonie-Leute fast schon auf dem Schoß sitzen und es doch recht laut geworden ist. Gerade bei so sachen, die wir machen, ist hohe Konzentration schon recht wichtig.

Ein weiterer, nicht weiter erstaunlicher Nebeneffekt meiner Arbeit war, dass die interne Fehlerquote um teilweise mehr als das Dreifache angestiegen ist.
Montag war die Quote 7%, am Dienstag 15%. Heute 30%. Aber dafür landen weniger Fehler in Nürnberg, und das ist es, worauf es im ersten Schritt ankommt.

Es ist unglaublich, wie viele widersprüchliche Aussagen es doch zu den selben Themen gibt. Immer noch, selbst jetzt, nachdem wir ein Dreiviertel Jahr zum Einspielen hatten. Das lag daran, dass selbst drüben keine wirklichen Prozesse vorhanden waren, sondern alles quasi in mündlichen Absprachen geregelt wurden.

Hach. Ich freu mich immer noch.